Sonntag, 12. Juni 2016
20:15 - 22:15

Keine Angabe
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Beschreibung

„Wie erlangt man die ewige Seligkeit? 
Indem man DADA sagt. Mit edlem Gestus und mit feinem Anstand, bis zum Irrsinn, bis zur Bewusstlosigkeit.“ (Hugo Ball)
Am 5. Februar 1916, vor gut 100 Jahren, wurde das Cabaret Voltaire in Zürich mit einem Dada-Abend eröffnet. Damit war eine avantgardistische Kunstrichtung ins Leben gerufen, die bis heute Wellen schlägt. Im Abend „DADA zum Geburtstag“ wird diese wilde und wegweisende Phase der Kulturgeschichte in der Bar im Stall zum Leben erweckt.

Die Dadaisten, oft Emigranten aus den europäischen Nachbarländern, wehrten sich gegen den Wahn eines Krieges, der mit unvorstellbarer Grausamkeit geführt wurde. Sie versuchten mit ihren Aktionen, die Hierarchien aufzulösen und fadenscheinig gewordene Werte der bürgerlichen Gesellschaft zu zersprengen.
DADA ist auch 100 Jahre nach der Skandal-umtosten Geburtsstunde aktuell wie nie. Die Vorkriegsstimmung 1914 in Europa, hat sie nicht Ähnlichkeiten mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation? Heute wie damals gibt es massive Zweifel an der Entwicklung moderner Gesellschaften. Die Unsicherheit bezüglich der geltenden Moralvorstellungen, der Rationalitätswahn, der Fatalismus angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und das Gefühl, in einer Vorkriegszeit zu leben, lassen sich durchaus vergleichen.

„DADA zum Geburtstag“ mit Texten von Kurt Schwitters, Hans Arp, Tristan Tzara, Emmy Ball-Hennings, Hugo Ball und anderen, von Walter Labhart mit grosser Kennerschaft konzipiert, ist mehr als ein Erinnerungsabend oder ein Geburtstagsständchen. Er soll erinnern, er soll aber auch Gefühle und Gedanken wecken, die ins Heute und Morgen reichen. Schauspieler Walter Küng rezitiert die dadaistischen Texte, unterstützt durch den Violonisten Ulrich Poschner, 1. Konzertmeister des Aargauer Symphonie Orchesters argovia philharmonic.