Freitag, 24. September 2021
20:00 - 00:00

23 .-
Ab 16 Jahren

Beschreibung

Auf seinem vierten Album „Jäger“ präsentiert Dagobert seine Musik in ihrer ganzen Diversität. Sehnsüchtige Liebeshymnen treffen auf ausserweltliche, okkulte Liedperlen, schwarze Romantik kollidiert mit dem eigentümlichen Dagobert-Humor. Im Gegensatz zu den eher schwermütigen Balladen des Vorgängers herrscht eine beschwingtere und positivere Grundstimmung. Das Herzstück des Albums heisst „Ich Will Noch Mal“ und ist der erschütterndste und tiefsinnigste Dagobert-Song, den wir je gehört haben. Er ist quasi eine Vertonung von Nietzsches Lehre der ewigen Wiederkunft und eine Ode ans Leben.

Jäger - Der Titel des Albums ist dreifach deutbar: Erstens handelt es sich um Dagoberts Klarnamen - tatsächlich singt er im Titelsong sehr persönlich über seine Familie und widmet sich auch gleich selbst noch ein Lied, in welchem er die Musik an sich zu seiner grossen Liebe erkürt. Zweitens erklärt „Jäger“ Dagoberts unbedingten Willen, ständig neues Liedgut gleichsam zu erjagen, so wie sein Namensvetter und -geber Dagobert Duck auf ewiger Goldjagt ist. Und drittens ist der Titel ein Verweis auf die Umgebung, in der das Album entstanden ist, nämlich die Schweizer Berge mit ihren Wäldern. Aus den Bergen kam er einst nach Berlin, um den Menschen seine Musik zu bringen, und da war er nun wieder, um sich inspirieren zu lassen von der Natur und von der Distanz zu allem Weltlichen und Menschlichen. Soundtechnisch knüpft „Jäger“ direkt an den Vorgänger an, aber die Songs sind kürzer und knackiger geworden, das Tempo wurde erhöht, der Spass ist zurück. Durch die Produktion von Betcher wird „Jäger“ zu einem grossen Werk zeitloser Popmusik. Dies veröffentlicht Dagobert nun im Eigentvertrieb - konsequent, wenn man bedenkt, dass seine Musik zu keinem Label und keinem Genre passt - er bastelt an seinem eigenen Mythos.

War Dagobert inhaltlich bisher eher auf monothematische Liebesabhandlungen abonniert, riskiert er auf „Jäger“ einen grossen Spagat zwischen morbiden Zukunftsvisionen, extremstmöglichem Fernweh und kybernetischen Liebesfantasien. Man hört Dagoberts exzessive Stanislaw Lem-Lektüre heraus, staunt über ungewohnte RnB-Einflüsse und realisiert wieder einmal, dass es keine vergleichbare Musik gibt. Die Bandbreite an Eindrücken, die auf einen niederprasseln beim Hören dieses Albums, geht mit einer Leichtigkeit einher, dass es nicht nur eine Freude ist, sondern für viele auch eine vielleicht erstmalige Möglichkeit, den Künstler hinter der Musik zu fassen. Viel wurde geschrieben über diesen mysteriösen Eremiten. Wenig wurde verstanden. Wer „Jäger“ hört, hört den Hohepriester der gesungen Liebe, den Grenzgänger zwischen schwarzer Romantik und harter Realität. Und plötzlich macht alles Sinn.

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