Dienstag, 3. September 2013
19:30 - 23:30

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Beschreibung

Kultur in Aarau – Zwischen Grossbaustellen und Tagesgeschäft
Die Kandidaten für das Stadtpräsidium stellen ihre kulturpolitischen „Visionen 2020“ vor

Die Kulturpolitik der Stadt Aarau steht vor gewaltigen Herausforderungen. Mit der Stadtratswahl vom 22. September verbinden sich deshalb eine ganze Reihe von Fragen an die zu wählenden Kandidat/innen. Vor allem die Neubesetzung des Stadtpräsidiums weckt bei den Kulturschaffenden Hoffnungen und Befürchtungen… Am Dienstag, 3. September, stellen die beiden Persönlichkeiten für das Amt des Stadtpräsidiums, Jolanda Urech und Lukas Pfisterer auf Einladung des Vereins Q Aarauer Kultur ihre kulturpolitischen „Visionen 2020“ in einem Podiumsgespräch in der Alten Reithalle zur Diskussion.

Dass ein lebendiges Kulturleben als identitätsstiftender Teil des öffentlichen Lebens eine zentrale Bedeutung für die Attraktivität der Stadt hat, ist quer durch die Parteien unumstritten. Aber was bedeutet dies für die Kandidaten konkret? Welche persönlichen Schwerpunkte setzen sie? Wo sehen sie Entwicklungspotential? Welche Rolle soll dabei das Kulturleitbild im Rahmen der Stadtentwicklung spielen, dass zur Zeit von einem Expertengremium erarbeitet wird?

Von besonderer Bedeutung sind die „Grossbaustellen“ der Kultur, die in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden. Welche Position beziehen die Kandidaten im Hinblick auf den Standort und das Entwicklungspotential von KIFF? Soll „Kultur in der Futterfabrik“ nach Möglichkeit so, wie es ist, dort bleiben und ausgebaut werden – oder ein neuer, von Privateigentümern unabhängiger Ort gesucht werden? Wie gedenken sie, das Projekt Mittlere Bühne in der Alten Reithalle, für das Aarau 2005 den Zuschlag erhalten hat, konzeptionell und finanziell umzusetzen?

Eine aktive, kreative Bevölkerung ist ein wichtiger Aspekt einer attraktiven Stadt. Damit sich eine lebendige „Kreativwirtschaft“ etablieren kann, müssen geeignete Freiräume erhalten bleiben. Zunehmend wird es schwieriger, geeignete Probe- und Atelierräume zu finden, und junge Künstlerinnen und Künstler verlassen die Stadt.. Im Bereich der Bildenden Kunst fehlt es an Ausstellungsräumen, und die Stadt selber unterhält keine repräsentative Galerie. Wie kann/soll die Stadt reagieren, nachdem durch die Überbauung des Torfeld Süd eines der lebendigsten urbanen Quartiere der Kreativwirtschaft nicht mehr zur Verfügung steht? Welche kulturellen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen sich, sollte das Kasernenareal in absehbarer Zeit verfügbar sein?

Aber auch im sog. Tagesgeschäft stellen sich konkrete Fragen an die politisch Verantwortlichen. Welchen Stellenwert soll die Kulturstelle haben, deren Ressourcen kaum ausreichen, die aktuellen Aufgaben wahrzunehmen, geschweige denn, ihrerseits inhaltliche und konzeptionelle Akzente zu setzen? Das Aarauer Kulturleben zeichnet sich durch ein hohes Mass an ehrenamtlichem Engagement aus? Welche Anstrengungen wollen die Kandidaten unternehmen, damit dieser Umstand die ihm gebührende Wertschätzung erfährt? Wie wollen die Kandidaten das im Entwicklungsleitbild formulierte Ziel, einen Schwerpunkt auf vernetzte Kulturarbeit zu legen, umsetzen?

Das Podiumsgespräch in der Alten Reithalle wird von Jean-Pierre Hoby, dem ehemaligen Chef Kultur der Stadt Zürich und Mitglied der Kerngruppe "Kulturkonzept Aarau" moderiert.