Freitag, 30. Oktober 2015
20:15 - 22:00

unbekannt
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Beschreibung

Du trägst ein T-Shirt auf deiner nackten Haut. Es ist ‚Made in Bangladesh’. Seit das Rana Plaza Gebäude in Dhaka 2013 eingestürzt ist und über 1000 Textilarbeiterinnen starben, plagt dich ein diffuses schlechtes Gewissen... Die Berliner Gruppe Flinntheater fragt in ihrem Dokumentartheater „Songs of the T-Shirt“, mit dem sie am 28., 30. und 31. Oktober 2015 im Theater Tuchlaube Aarau zu Gast ist, was es mit diesem Gefühl auf sich hat. Wer sind die Menschen hinter den Nachrichten? Welche Interessen stehen hinter den nackten Zahlen?

32 Paar Hände sind es, die ein normales T-Shirt anfassen, bis es fertig ist. 32 individuelle Schicksale stehen hinter jedem dieser Kleidungsstücke: Shilpi kann sich durch die Arbeit an der Nähmaschine bald ihre eigene Hochzeit finanzieren, hat aber vom Einatmen der Fusseln Tuberkulose. Obwohl Naila zur Aufseherin befördert wurde, hat sie gerade gekündigt. Ein Star-Ökonom sieht im hochwertigen Textil-Export die Zukunft für ein stolzes und selbständiges Bangladesch. Eine Fabrikbesitzerin versteht die Arbeit an der Nähmaschine als Quelle von Unabhängigkeit und Würde der Frauen. 



Das Flinntheater hat in Dhaka recherchiert, T-Shirts genäht, Fussel eingeatmet, sich durch Streiks und Molotov-Cocktails navigiert – immer den Menschen auf der Spur, die unsere Kleider herstellen. Warum willst du lieber wieder 30 Dollar pro Monat statt 50 verdienen, Naila? Siehst du die nackte Frau auf dem T-Shirt, das du gerade nähst, Shilpi? Was bedeutet es für dich, in einer regelkonformen Fabrik zu arbeiten, Mumtaz? „Songs of the T-shirt“ ist eine theatrale Irrfahrt durch die globale Textilindustrie zwischen Emanzipation und Ausbeutung, Markt und Intimität, bengalischen Klageliedern und Upcycling-Mode. Interviews werden ein- und nachgespielt, Konsumoptionen durchgespielt und beständig die Kleidung gewechselt - immer der Frage folgend, ob es heute moralisch verwerflich oder erforderlich ist, ein T-Shirt 'Made in Bangladesh' zu kaufen.

MIT: Lisa Stepf, Lea Whitcher & Sonata.

REGIE: Sophia Stepf.

MUSIK: Andi Otto & Florian Hacke.

KOSTÜM: Philippe Werhahn.

REGIEASSISTENZ: Marie Winnie Wilka.

TECHNIK: Susana Alonso.

PRODUKTION: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro.

Gefördert von Berliner Senat für kulturelle Angelegenheiten, Fonds Darstellende Künste, Hessisches Ministerium für Kunst und Wissenschaft, Kulturamt der Stadt Kassel, Gerhard-Fieseler-Stiftung.


Recherchereise gefördert von Goethe-Institut Dhaka.