Samstag, 5. März 2016
20:15 - 22:00

Keine Angabe
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Beschreibung

Eine Reportage fürs Theater.

Die Reproduktionsmedizin macht's möglich: Dank Eizellspende, Leihmutterschaft oder Samenspende kann heute auch Vater oder Mutter werden, wer früher kinderlos bleiben musste. Namentlich homosexuelle Paare, alleinstehende Frauen oder unfruchtbare Menschen finden auf diese Weise zu ihrem Kinderglück. Oft müssen sie dafür aber einen Umweg ins Ausland in Kauf nehmen – denn in der Schweiz ist einzig die Samenspende legal und auch die steht nur verheirateten heterosexuellen Paaren offen. Sowohl im Bundeshaus als auch am Stammtisch wird zurzeit hitzig darüber debattiert, wer mit Hilfe der künstlichen Reproduktion ein Kind haben darf und wer nicht.

Anna Papst und ihr Team haben mit den verschiedensten Menschen gesprochen, die sich intensiv mit der Frage nach einem Recht auf Kinder auseinandersetzen. Mit dem Samenspender, der bisher 49 Kinder gezeugt hat und jedes beim Namen kennt. Mit der Politikerin, die sich darüber empört, dass es in der Schweiz Rechte gibt, die von der sexuellen Orientierung eines Menschen abhängen. Mit dem schwulen Vater, der sagt, für seine Adoptivtochter sei es wichtig zu wissen, woher sie ihre Sommersprossen habe. Wo Tageszeitungen aus Platzgründen einen Schlussstrich ziehen müssen, geht diese Form der Berichterstattung einen Schritt weiter und taucht tief in die Lebenswelt ihrer Protagonisten ein. Die Schauspieler Jonas Gygax und Christoph Rath lassen die unterschiedlichen Begegnungen auf der Bühne noch einmal aufleben und verdichten sie zu einer packenden Reportage, die lange nachhallt.

Die in Lenzburg wohnende Theatermacherin Anna Papst sucht in jeder Produktion nach neuen Herausforderungen. Sie ist Autorin („Die Gottesanbeterin“ am Schauspielhaus Zürich, „Die Schläferinnen“ am Theater Neumarkt), Regisseurin („Der Teich“, „Ballast abwerfen“) und arbeitete in verschiedenen Schreibformaten mit, so u.a. bei dem Live-Blog im öffentlichen Raum „Sometimes I think I can see you” des argentinischen Regisseurs Mariano Pensotti.