Samstag, 23. Januar 2016
20:15 - 23:00

Keine Angabe
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden. Hier geht's zum Kalender mit allen anstehenden Veranstaltungen.

Beschreibung

Sarah ist 14 Jahre alt, tanzt, seit sie gehen kann, träumt von Amerika, streitet mit ihrer Schwester Jasmine und ist plötzlich mit dem Tod konfrontiert. Sarah erkrankt an Leukämie. Der Journalist und Schriftsteller Erwin Koch erzählt in seiner Reportage „Sarah“ die Tragödie eines jungen Mädchens und ihrer Familie, die damit umgehen müssen, dass ihr Leben bedroht ist. Die Gruppe Picnique Interdit um Regisseurin Alexa Gruber, die in Aarau und La Chaux de Fonds zuhause ist, verwandelt Kochs Text in einen berührenden Theaterabend über Angst, Trauer – und jugendliche Lebenslust.

Nach ihrer Diagnose dreht sich Sarahs Leben nun nicht mehr nur um die erste Liebe, ihren sich verändernden Körper oder die Lieblings-Soap im Fernsehen, sondern sie ist mit einem Male mit Arztbesuchen, Medikamentenlisten und Perückenproblemen belastet. Nebst der Auseinandersetzung mit dem Tod blüht aber immer wieder die bunte, jugendliche Gedankenwelt der Hauptfigur auf. Sarah kämpft, weil sie trotz Krankheit träumt, wovon ein junges Mädchen eben träumt. Sarah braucht dringend eine Knochenmarkspende, Freunde und Medien werden eingeschaltet, mit Erfolg. Doch die Behandlung scheitert – Sarah geht.

Erwin Koch erschafft durch seine fragmentarische Sprache eine Welt, in der dem Leser viel Raum für seine eigenen Gedanken und Gefühle gegeben wird. Mit viel Fingerspitzengefühl berichtet er nicht nur über den Krankheitsverlauf und Sarahs Umgang damit, sondern erzählt auch von den Beziehungen zu Vater, Mutter und Freund. Und dann ist da noch die jüngere Schwester Jasmine, die damit umgehen muss, dass ihre eigenen Bedürfnisse in der Familie scheinbar keinen Platz mehr haben.

In der Regie von Alexa Gruber übernehmen zwei Schauspielerinnen die Rollen der Erzählerinnen, aber auch der anderen Personen im fliegenden Wechsel – und sie machen auf einer Achterbahn der Gefühle erlebbar, wie Sarah und ihre Angehörigen zwischen Hoffen und Bangen, zwischen jugendlicher Lebensgier und akuter Todesangst schwanken.
Alexa Gruber, die ihre Regieausbildung in Brüssel absolvierte und seit drei Jahren in Aarau lebt, hat ein starkes Team junger Künstlerinnen aus der Region für die Mitarbeit gewinnen können. Es spielen Anna Blumer und Sabina Reich. Die Textfassung erstellt Maja Bagat, Susanne Boner entwirft die Kostüme und Nina Curcio übernimmt die Produktionsleitung und Regieassistenz.
„Sarah“ entsteht im Rahmen des Nachwuchsförderprojektes First Steps/AG. Eine erste, zwanzigminütige Version des Projektes wurde im Frühjahr 2015 im Rahmen der Nachwuchsplattform „Tankstelle“ in Luzern ausgezeichnet.

Am Samstag, dem 23. Januar 2016, findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch mit dem Autor Erwin Koch und Produktionsbeteiligten statt.