Samstag, 30. April 2016
19:30 - 20:30

CHF 22.- / CHF 15.-
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Beschreibung

Erinnerungen können trügen. Das muss Julian Barnes’ Protagonist Antony Webster in „Vom Ende einer Geschichte am eigenen Leib erfahren.
Indem eine 40 Jahre alte Geschichte neu aufgerollt wird, lässt Barnes seinen Helden die Unzulänglichkeiten des menschlichen Erinnerungsvermögens erkennen. Ausgelöst durch einen mysteriösen Brief und eine damit verbundene Erbschaft, beginnt für Webster eine Auseinandersetzung mit seiner schuldbeladenen Vergangenheit, die schliesslich in einer Art Obsession endet. Eric Rohner macht die Nöte der späten Selbsterkenntnis spielerisch und zugleich schmerzhaft lebendig.

Adrian, der bewunderte Schulkamerad, war mit einem Mädchen zusammen, von dem sich Antony selbst erst kurze Zeit zuvor getrennt hatte, und nahm sich nur wenig später das Leben.
 Das Testament der Mutter des besagten Mädchens bringt beinahe 40 Jahre später die scheinbar so klaren Erinnerungen ins Wanken. Was hatte sich damals eigentlich genau abgespielt? Antony kramt in seinen Erinnerungen, liest alte Briefe und stellt Nachforschungen an. Langsam muss er erkennen: je länger das Leben andauert, desto weniger Menschen gibt es, die unsere Darstellung infrage stellen, uns daran erinnern können, dass unser Leben nicht unser Leben ist, sondern nur die Geschichte, die wir über unser Leben erzählt haben.
Julian Barnes ist einer der ganz grossen Autoren Grossbritanniens. Für seinen Roman „Vom Ende einer Geschichte" erhielt er 2011 den Booker Price. Barnes legt die Bequemlichkeit und Passivität des Alters bloss und zersetzt so Stück für Stück die Vorstellung von der Unantastbarkeit einmal festgelegter Erinnerungen. Ist Erinnerung etwas, das wir besitzen, oder etwas, was wir verloren haben?
Die Geschichte ist spannend erzählt wie ein Krimi und zugleich tiefgründig philosophisch.