Luis Ake (DE)

Luis Ake (DE)

22.09.2023 20:00 - 02:00 Uhr | KIFF

Wer ist eigentlich dieser Luis Ake? Weiss das irgendwer?

Weiss er das überhaupt selbst? Oder spielt das vielleicht gar keine Rolle? Reicht es uns nicht völlig, in den Bann dieses mysteriösen Mannes und seiner melodischen Traumwelt zu fallen? Eine Welt, die er zwischen Bass und Falsett aufspannt, mit Pathos und keiner Angst vor Verletzlichkeit, vor neuen Ausdrucksformen von Männlichkeit, gebrochen durch Androgynität, die maskuline Klischees ins Lächerliche drehen. Seit Ake 2019 mit seinem Debüt „Bitte Lass Mich Frei“ eine Neujustierung von dem vorgenommen hat, was Pop auf Deutsch bedeuten kann, ist nichts mehr so wie es war. Er bewegt sich durch die imaginären Grenzen zwischen Genres, kreuzt sie und verbindet ungeahntes als wäre es ein leichtes. Wenn Ake singt, klingt es seltsam altbekannt doch gleichwohl unerhört neu und zukunftsgewandt. Synth Pop und Dark Wave treffen auf Italo Disco und NDW, Pet Shop Boys tanzen mit Enigma, Grönemeyer reicht OMD die Hand, und über allem thront dabei H. P. Baxxter und lässt ein Trancegewitter herabregnen.

Mit dieser unnachahmlich vielseitigen Stimme und einem Hang zu großem Pathos und noch größeren Gesten, gepaart mit selbstbewusster Verletzlichkeit – aber nie ohne ein wissendes Augenzwinkern – setzt er sich gegen jedweden Trend und setzt, ja, man muss es so eben so platt ausdrücken, stattdessen lieber seine eigenen. „Mich inspirieren eher die Sachen, die ich hasse, als die, die ich
liebe“, erzählt er und man hat ihn direkt vor sich, wie er an seinem Porsche Oldtimer lehnt und an einer Zigarette zieht, die Augen hinter einer großen Sonnenbrille versteckt, hinter ihm blauer Himmel, ein paar fluffige Wolken ziehen vorbei. Ja, all die anderen Künstler*innen auf Spotify sind ihm zu eindimensional, aber wirklich kritisch, das ist er nur sich selbst gegenüber: „Popmusik ist für mich eine Kunstform bei der es nicht ausschließlich um Musik geht.” Nein, Pop, das ist bei Ake mehr, so viel mehr.

Wildreis
Das DJ Trio, coming together from Bern/Basel/Genève, mixt auserlesene sounds mit wilden Technobeats und queerfeministischen messages zu einem mitreissenden Sog. Ob vor oder hinter den Decks, Wildreis bringt die Stimmung zum brodeln.

ab 16
electronic-house-techno
konzert
kunst-kultur
pop